Normalerweise kennen wir, die D2 der SG Wissingen/Bissendorf, nur grünen Rasen unter den Stollen. Doch an diesem Wochenende tauschten wir im Rahmen der Saisonvorbereitung das Fußballfeld gegen den Wasserweg und wagten uns in unbekanntes Terrain: den Osnabrücker Stichkanal beim Ruderverein Osnabrück (RVO). Unser „Expeditionsleiter“ und Guide in die Geheimnisse des Wassersports war kein Geringerer als Jan Jedamski.
Unser Abenteuer begann in der beeindruckenden Bootshalle des RVO. Überall hingen riesige, schlanke Boote in den Regalen – fast wie schlafende Wale, nur aus Holz und Carbon. Jan versammelte uns und erklärte mit viel Herzblut, was Rudern eigentlich ausmacht. Wir lernten, dass diese Boote nicht einfach nur „paddeln“, sondern eine präzise Technik erfordern. Seine Begeisterung steckte uns sofort an, und die Vorfreude stieg.
Doch bevor es aufs echte Wasser ging, hieß es: Trockenübung! Vor dem Vereinshaus warteten zwei Ruderergometer auf uns. Unter den strengen, aber motivierenden Augen unserer Trainer (und vielleicht auch ein paar kritischen Blicken der Mannschaftskollegen) lernten wir den richtigen Bewegungsablauf. „Beine, Körper, Arme – Arme, Körper, Beine!“ tönte es über den Hof. Es sah einfacher aus, als es war, aber wir kriegten den Rhythmus schnell raus. Die „Ergos“ kamen ordentlich ins Schwitzen!
Dann kam der Moment der Wahrheit: Die Boote wurden zu Wasser gelassen. 4 große Vierer mit Steuermann wollten sie Wellen spüren. Die Aufregung war spürbar. Wer sitzt wo? Wie halten wir das Gleichgewicht? Die ersten Versuche, synchron zu rudern, waren… nun ja, abenteuerlich. Wir fischten nach Wasser, wir stießen mit den Skulls zusammen, und das Boot wackelte verdächtig. Aber wir sind ja eine Mannschaft! Und mit Jans Tipps wurde es von Schlag zu Schlag besser.
Von der konzentrierten Steuerfrau am bis zu den schweißgetränkten Ruderern vorne – wir merkten schnell: Rudern ist ultimatives Teamwork. Wenn einer schläft, leidet die ganze Crew. Aber wenn der Rhythmus stimmt und wir alle gleichzeitig durchziehen, gleitet das Boot fast lautlos und pfeilschnell über das dunkle Wasser. Ein Wahnsinnsgefühl! Wir fühlten uns wie eine echte Wikinger-Crew, bereit, den Kanal zu erobern. Ein Vierer mit SG-Wissingen/Bissendorf-Power? Das gab’s hier bestimmt noch nicht oft!
Nach all der Anstrengung und Konzentration brauchten wir dringend eine Abkühlung. Der Kanal lockte: Wir haben das Abenteuer nicht nur überlebt, sondern auch genossen! Der Steg wurde kurzerhand zur Sprungplattform umfunktioniert. Ein mutiger Sprung ins kühle Nass – herrlich! Die Trinkflaschen waren leer, aber unsere Herzen voll mit neuen Eindrücken. Es war ein unglaublich toller Tag beim RVO, der uns als Team noch enger zusammengeschweißt hat.
Ein riesiges Dankeschön geht an den Ruderverein Osnabrück für die Gastfreundschaft und ganz besonders an Jan Jedamski für diese unvergessliche Einweihung in die Welt des Ruderns. Wer weiß, vielleicht tauscht der eine oder andere von uns bald dauerhaft die Stollen gegen Skulls!
Eure D2 der SG Wissingen/Bissendorf
Verfasser und Bild: Oliver Niekamp